Richtige Fütterung für trächtige und säugende Stuten

© Norikerhof Ableitinger Martinberg/Waldviertel

Wie und womit muss man seine Stuten füttern, um sie und ihre Fohlen gesund zu erhalten? Pferdplus hat im aktuellen Heft 3/2011 wichtige und nützliche Tipps von Züchtern, Landwirten und Tierärzten für Sie zusammengestellt; diese reichen vom Bedarf an Aminosäuren über Eiweissgaben während der Laktation bis zu Checklisten zur idealen Haltung und Fütterung.

 

Bedarf bei trächtigen Stuten

Doch was genau benötigen trächtige Stuten, um ein gesundes Fohlen zur Welt zu bringen und selbst fit zu bleiben – und wann füttert man etwaige Zusätze? Dr. Stefanie Hand erklärt: „Ungefähr ab dem 8. Monat muss die Fütterung umgestellt werden. Da der Eiweißbedarf stärker ansteigt als der Energiebedarf, muss der Eiweißgehalt der Ration erhöht werden. Am besten wählt man ein Futter, das dann auch in der Laktation gegeben werden kann, um einen Futterwechsel um den Zeitpunkt der Geburt zu vermeiden.“ Grundsätzlich sollte qualitativ hochwertiges Heu stets die Grundlage der Fütterung darstellen (1 bis 1,5 kg & 100 kg Körpermasse), wobei auch der Weidegang zu berücksichtigen ist! Dr. Handl: „Die Qualität des Bewuchses auf der Weide ist ein wichtiger Faktor. Oft reicht die Eiweißzufuhr durch das Weidegras (bei guter Qualität) schon aus – der Bedarf an Energie wird aber durchs Gras alleine nicht gedeckt!

 

Aus der Praxis

Am Zuchthof Neumann-Ullrich beginnt die spezielle Fütterung der trächtigen Stute in den letzten 3-4 Monaten: „Wir füttern 3 Mal täglich Heu und Kraftfutter – die Stuten bekommen dann zum herkömmlichen Müsli immer mehr spezielles Zuchtstutenfutter dazu, die Menge wird sukzessive erhöht. Am Abend bekommen sie zusätzlich noch eine Ration mit Öl, Vitaminn und eine Portion Karotten.“

Heinz Winter aus Rudersdorf schwört auf hauseigenes Futter: „In unserem landwirtschaftlichen Betrieb stellen wir das Futter für alle Pferde selbst her, zusätzlich füttere ich meinen Zuchtstuten eine spezielle Mineralstoffmischung und biete ihnen Lecksteine. Die Pferde werden zwei Mal täglich gefüttert, haben aber auf der Weide ständig Zugang zu Heu und Siloballen. Wir füttern normal Hafer und Gerste – wenn sie in etwas schlechter körperlicher Verfassung sind, bekommen sie auch einmal ein bisserl Mais dazu.“

Der Steirer Emil Bischof schwört ebenfalls auf selbst hergestelltes Heu und Heulage – er füttert außerdem hauptsächlich Hafer und Gerste und bietet seinen Zuchtstuten mehrmals pro Woche eine spezielle Mineralstoffmischung und auch Lecksteine.

 

Praxis-Tipps für den Futterbedarf der Zuchtstute  von Dr. Stefanie Handl

Bedarf an Eiweiß:
während der Trächtigkeit – Normaler Bedarf x 1,5
während der Laktation – Normaler Bedarf x 3

 

Mehr über Haltung und Fütterung von Mutterstuten,  Anleitungen zum Ergänzungsfutterbedarf und nützliche Checklisten finden Sie in der neuen Pferdplus 3/2011.

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© Das Bild stammt vom Norikerhof Ableitinger in Martinberg/Waldviertel

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