Saftige FN-Gebührenerhöhung erhitzt die Gemüter
Die neue Gebührenordnung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung für das Jahr 2011 sorgt für Unruhe unter den Turnierreitern: In den höchsten Leistungsklassen steigt die Lizenzgebühr um bis zu 400 %, was teils heftige Reaktionen hervorgerufen hat.
Die vor kurzem veröffentlichte neue Gebührenordnung der FN hat – wie erste Reaktionen zeigen – bei einigen Turnierreitern für eine negative Überraschung gesorgt. Denn die Gebühren der Jahresturnierlizenzen wurden zum Teil deutlich hinaufgesetzt – betroffen sind dabei insbesondere die höheren Leistungsklassen 1 und 2. So wurde die Jahreslizenzgebühr für Senioren/Leistungsklasse 1 von 33,– auf 153,– Euro erhöht, also mehr als vervierfacht. Auch bei den Jungen Reiter der Leistungsklasse 1 wird künftig deutlich mehr Gebühr kassiert – nämlich statt 28,– Euro 103,– Euro. In den niedrigen Leistungsklassen sind die Erhöhungen hingegen relativ moderat.
In einer Mitteilung hat die FN die teils deutlichen Steigerungen mit den umfangreichen Maßnahmen für „fairen Pferdesport“ begründet. So heißt es u. a.: „Über die Mehreinnahmen der Lizenzen sollen unter anderem das bundesweite Informations- und Schulungsprogramms zur Dopingprävention und die Untersuchung von Substanzen ausgebaut werden. Darüber hinaus werden die Wettkampfkontrollen verstärkt und Trainingskontrollen für Kaderpferde neu eingeführt. Ziel ist einerseits, positive Fälle aus Unwissenheit zu vermeiden und andererseits, wissentlich durchgeführte Manipulation besser aufdecken zu können. All diese Maßnahmen kosten die FN und ihre Mitgliedsverbände rund 500.000,– Euro zusätzlich zu den bisher schon geleisteten Ausgaben des Verbandes.“
Die FN führt weiter aus, dass „Vielstarter“, also Reiter, die das Turniersportsystem intensiv nutzen, deutlich stärker von den Erhöhungen betroffen sind als Reiter, die nur gelegentlich an Turnieren teilnehmen. Für Reiter bis 18 Jahre der unteren Leistungsklassen und Fahrer der Altersklasse Junioren bleiben die Gebühren sogar gleich.
Reaktionen: „Sauerei" und „Selbstbedienungsladen"
Vielleicht war das Ganze auch nur unglücklich kommuniziert – jedenfalls hat die Gebührenerhöhung einige Turnierreiter auf dem falschen Fuß erwischt: Div. Foren quellen über vor Buh-Rufen und Beschwerden. Von „Sauerei“ und einem „Selbstbedienungsladen in Warendorf“ ist da zu lesen, von „Ausnutzung einer Monopolstellung“, gegen die man sich nicht wehren kann. Und einer meinte gar: „Paul Schockemöhle sollte eine eigene FN eröffnen! Ich bin dabei!“
In Österreich – wo es keine Differenzierung nach Leistungsklassen gibt – beträgt die Jahres-Lizenzgebühr 2010 87,– Euro, die Gebührenordnung für 2011 wird demnächst veröffentlicht.
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