Schenkelbrand: Deutsche FN kämpft weiter

Mit einer drastischen Kampagne hatte der Deutsche Tierschutzbund den Schenkelbrand bekämpft....

Vertreter der deutschen Zuchtverbände sowie der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) trafen sich mit CDU-Abgeordneten und Agrarausschuss-Mitgliedern, um für den Erhalt des Schenkelbrands zu werben. Die Politiker sagten ihre Unterstützung zu.

Die Vertreter der deutschen Zuchtverbände – Lars Gehrmann, Zuchtleiter des Trakehner Verbandes, Dr. Thomas Nissen, Zuchtleiter des Holsteiner Verbandes, Dr. Enno Hempel, Geschäftsführer der Pferdeland Niedersachsen GmbH, und Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer des Bereichs Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) – trafen sich mit den Bundestagsabgeordneten aus der CDU-Fraktion Sybille Pfeiffer und Andreas Mattfeldt sowie mit Dieter Stier und Franz-Josef Holzenkamp aus dem Agrarausschuss. Ziel der Unterredung war es, die Ergebnisse eines neuen wissenschaftlichen Gutachtens zu präsentieren, das vor wenigen Wochen vorgelegt wurde und das zu dem Ergebnis gekommen war, dass die Kennzeichnung durch Schenkelbrand für Fohlen keine größere Belastung darstelle als die Injektion eines Transponders oder Chips (Pferdplus hatte über dieses Gutachten berichtet). Gestützt auf dieses Gutachten hatte das Bundesland Schleswig-Holstein einen Antrag auf Änderung der Viehverkehrsordnung im Agrarausschuss eingebracht, der eine Beibehaltung des Schenkelbrands vorsah. Die Abstimmung über den Antrag war jedoch vertagt worden.

Die so gewonnene Zeit möchten die deutschen Zuchtverbände nützen, um bei den politischen Entscheidungsträgern für den Schenkelbrand zu werben – das Treffen mit den Berliner CDU-Abgeordneten war dazu nur der Auftakt. Man möchte – so die FN in einer Pressemitteilung – nun möglichst viele Bundestagsabgeordnete sowie Ausschussmitglieder kontaktieren und sie über die neuen wissenschaftlichen Fakten informieren. Wichtigstes Ziel ist es, die Beschlussfassung über einen von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner vorgelegten Entwurf zum Tierschutzgesetz, der ein Verbot des Schenkelbrands vorsieht, zu verhindern. Dieser soll Mitte April dem Kabinett vorgestellt werden. Nach Beratung im Agrarausschuss des Bundestages geht der Entwurf in zweiter und dritter Lesung voraussichtlich im Juni ins Plenum. Lt. FN haben die Agrarexperten Holzenkamp und Stier wie auch der Abgeordnete Mattfeldt zugesagt, dass sie diesen Entwurf nicht unterstützen und „große Teile der CDU-Fraktion für den Erhalt des Schenkelbrandes“ seien. Dies bedeutet, dass Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner an diesem Punkt mit deutlichem Widerstand zu rechnen habe. Ob das allerdings ausreicht, um eine Mehrheit des Bundestags-Plenum von den Argumenten der Zucht zu überzeugen und so den Entuwrf zu Fall zu bringen, bleibt abzuwarten.

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