Sliding Stopp - unser Pferdplus-Tipp für Westernreiter
Aus dem Galopp zum Stopp – bei Westernreitern sieht das meist sehr einfach aus. Einsitzen, Whoa sagen und das Pferd setzt sich quasi auf die Hinterhand. Franz Vorraber von der Painted Horse Ranch hat sich für die Pferdplus-Community ausführlich mit dem Thema "Sliding Stopp" beschäftigt. Lesen Sie hier.
Das Westernreiten ist bekannt für die langen Sliding Stopps, welche man in der Disziplin Reining auf den Turnieren beobachten kann.
Die Frage ist, woher kommt dieses Halten mit „langer Bremsspur“. Dass das Westernreiten von der Arbeitsreitweise der Cowboys kommt, haben die meisten schon gehört. Bei der Arbeit mit dem Rind musste der Reiter im schnellen Galopp das Rind einholen und es in die andere Richtung treiben. Hierbei musste der Reiter aus dem vollen Galopp anhalten und in die gegengesetzte Richtung weitergaloppieren. Im Sport wurde dieses Halten zu einem Sliding Stopp abgewandelt und verfeinert.
Vollbremsung auf der Hinterhand - durchaus "natürlich"
Damit das Pferd diese Bewegung gut und sicher ausführen kann, muss es auf der Hinterhand bremsen, damit die Schulter für das Ausbalancieren frei ist und das Pferd schnell um die Hinterhand drehen kann. Viele meinen, dass es unnatürlich für das Pferd ist, solche Bewegungen auszuführen. Da empfiehlt es sich, die Pferde auf der Koppel zu beobachten. Sehr oft laufen die Pferde Richtung Zaun und machen einen Sliding Stopp! - Oder so manches Springpferd zeigte schon so manchen „ach so tollen Sliding Stopp“ bei einer Verweigerung.
Dass diese Sliding Stopps die Gesundheit der Pferdebeine beeinträchtigen wird ebenfalls immer wieder angesprochen. Natürlich muss man jedes Pferd für seine Aufgaben trainieren. Damit das Pferd auch gut sliden kann, bekommt es einen Sliding-Beschlag mit glatten breiten Eisen. Für einen Sliding Stopp braucht man auch geeignete Böden, die das weiche Rutschen ermöglichen. Westernpferde, die korrekt trainiert werden, können auch im hohen Alter noch ihr Talent bei einem Sliding Stopp zeigen. Der Paint Hengst „DELTAS PEPP O LENA“ zum Beispiel lief 10 Jahre lang erfolgreich im Sport und ist auch mit seinen 18 Jahren noch voll fit und trägt seinen Besitzer nach wie vor durch Prüfungen.
Was macht man, wenn ein Pferd nicht richtig oder gut stoppt?
Hier sollte man einmal hinterfragen, ob das Pferd die körperlichen und geistigen Voraussetzungen hat! Nicht jedes Pferd hat die Voraussetzungen zu einem weichen Silding Stopp. Wie auch nicht jedes Pferd einen Tölt kann und Rassen auf solche Veranlagungen gezüchtet sind.
Ich musst dem Pferd das Kommando für das Stoppen zuerst im Schritt und danach im Trab zeigen. Wenn sich mein Pferd TREIBEN lässt ohne wegzulaufen und ich es nicht mit dem Zügel halten muss, kann ich mit meinem Stimmkommando „WHOA“, dem gleichzeitigem Aufhören der treibenden Hilfen und Einsitzen einen Stopp verlangen.
Wenn das Pferde meinen Hilfen folgt und weich stoppt, kann ich es auch aus dem Galopp versuchen. Auch hier sollte das Pferd durchlässig auf meinen treibenden Hilfen gehorchen. WHOA, Einsitzen, keine treibende Schenkeln mehr und leichter Zug am Zügel sollte das Pferd veranlassen, die Kruppe abzusenken, sich hinzusetzen und zu stoppen.
Wie gesagt, nicht jedes Pferde kann einen langen weichen Sliding Stopp ausführen. Auch unter den großen Reining Pferde gibt es mehr und weniger gute Stopper. Kein Profi wird versuchen, bei einem Pferde, welches nicht die Veranlagung hat, einen guten Stopp zu erzwingen.
Franz Vorraber
Westernreitinstruktor
Allgem. beeideter u. gerichtl. zertifizierter Sachverständiger
Painted Horse Ranch
www.vorraber.at
www.pferdplus.com möchte sich bei Herrn Vorraber ganz herzlich für diesen tollen und informativen Artikel bedanken!
PS: Auch in unserem Forum der Pferdplus-Community steht das Thema Galopp-Stopp zur Diskussion. Machen auch SIe mit bei http://www.pferdplus.com/forum
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