Sommerthema Fiaker: FPÖ fordert bessere Bedingungen für Fiakerpferde

Im Sommer eine Qual: Fiaker-Standplatz am Stephansdom in der prallen Sonne (Foto: VGT)

Die Fiaker, Wiener Wahrzeichen und Touristen-Attraktion, werden immer mehr zum Wahlkampfthema. Die Wiener FPÖ forderte auf einer Pressekonferenz am 29. Juli bessere Arbeits- und Haltungsbedingungen für Fiakerpferde.

"Missstände" bei Tierschutz, Standplätzen und Konzessionen wären bei den Fiakern vielfach bekannt, Verbesserungen gäbe es aber kaum, so Gemeinderätin und FPÖ-Tierschutzsprecherin Veronika Matiasek. Nach wie vor hätten die Fiaker keine eigene Standesvertretung, zudem würden zu viele Konzessionen vergeben und der Tierschutz vernachlässigt. Die FPÖ forderte eine umfassende Reform, die neben strengeren Strafen für "schwarze Schafe" der Fiaker-Szene, ein Gütesiegel für bestgeführte Betriebe sowie die Optimierung der Standplätze etwa durch Sonnensegel beinhalte. Ziel sei es zudem, weniger, doch dafür gut geführte Unternehmen zuzulassen. Auch eine eigene Standesvertretung sei unerlässlich, so Matiasek.

Fiaker raus aus der Stadt?

Erst vor wenigen Tagen hatte auch die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ die Arbeits- und Haltungsbedingungen der Wiener Fiakerpferde scharf kritisiert. Johanna Stadler, Geschäftsführerin von ,Vier Pfoten‘: „ Die Situation der Fiakerpferde in Wien ist untragbar. Die Tiere leiden nicht nur unter schlechten Arbeits- und Haltungsbedingungen, sondern stehen aufgrund ihres Einsatzes zwischen hupenden Autos und deren Abgasen täglich extrem unter Stress," Abschließende Forderung von Stadler: „Raus mit den Fiakern aus der Stadt!“.

„Laufend strenge Kontrollen“

Die beharrlich vorgebrachte Kritik ließ die für Tierschutz zuständige SPÖ-Stadträtin Sandra Frauenberger nicht lange auf sich sitzen – und verwies darauf, dass während des gesamten Sommers und besonders intensiv an allen Tagen über 30 Grad das Veterinäramt strenge Kontrollen bei den Fiakern durchführe, insbesondere hinsichtlich Einhaltung der Arbeitszeiten, Fütterung, Tränken und Gesundheitszustand.  Allein im Monat Juni seien – so Frauenberger – 151 Kutschen kontrolliert worden. Ein Fiaker wurde dabei wegen mangelhaften Hufbeschlags angezeigt – keine Beanstandung gab es jedoch bezüglich Anbindehaltung.

Stehzeiten in der Sonne vermeiden

Um lange Stehzeiten in praller Sonne zu minimieren, kündigte Frauenberger außerdem die Verlegung des Standplatzes Burgtheater in einen schattigen Bereich der Löwelstraße an. Diese Maßnahme gelte in den beiden Hochsommermonaten von 9 bis 19 Uhr, und zwar bis zur Neugestaltung des gesamten Josef Meinrad-Platzes im Jahr 2012. Im Zuge dessen wird am jetzigen Standplatz ein Sonnendach für Fiakerpferde mitgeplant und im Rahmen der Umgestaltungsarbeiten installiert.

Ob sich damit die Wogen um dieses Sommerthema glätten lassen, bleibt abzuwarten.

Was ist Ihre Meinung: Soll man Fiakerpferde aus der Stadt verbannen, weil deren Haltungs- und Arbeitsbedingungen unzumutbar sind? Besuchen Sie unsere Umfrage dazu!

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