Spanische Hofreitschule: Bereiter fordern Veränderungen

Durch Auftritte bei der Morgenarbeit und den Abendvorstellungen seien viele Pferde überlastet. Foto: Archiv/Spanische Hofreitschule

Nach dem tragischen Selbstmord von Bereiter Harald Bauer fordern seine Kollegen nun tiefgreifende Veränderungen im Reitinstituts: Für sie steht die Tragödie auch mit dem psychischen Druck in der Reitschule in Zusammenhang – und richten heftige Kritik an die Führungsriege.

In der Spanischen Hofreitschule rumort es nach dem tragischen Freitod von Bereiter Harald Bauer gewaltig. Wie die Tageszeitung heute.at berichtete, hat sich „aus Protest gegen die Führung der Schule und aus Solidarität mit dem verstorbenen Kollegen“ der Reiterbeirat am Mittwoch aufgelöst. Geschäftsführerin Dkfm. Elisabeth Gürtler hatte in einer ersten Stellungnahme von Alkoholproblemen des Bereiters gesprochen und mit dem Selbstmord in Verbindung gebracht. Dieser pietätlose Umgang mit dem tragischen Vorfall hat nicht nur unsere Pferdplus-Community empört, sondern offensichtlich auch die Kollegen von Harald Bauer: „Dass der Verstorbene nach seinem Tod noch angepatzt wird, damit sind wir nicht einverstanden“, meinten sie gegenüber heute.at.

Die Tragödie hat innerhalb der Bereiter-Riege offenbar das Fass zum Überlaufen gebracht. Sie sehen sehr wohl einen Zusammenhang mit dem Druck in der Reitschule, der sich in den letzten Jahren enorm verstärkt habe – und unter dem nicht nur die Bereiter, sondern auch die Pferde zu leiden haben: Die Tiere seien überlastet, wären anfälliger für Krankheiten und müssten ein immer größeres Arbeitspensum erledigen: Während früher genug Hengste vorhanden waren, um Morgentraining und Abendvorstellungen mit unterschiedlichen Pferden zu bestreiten, müssten nun oft dieselben Tiere morgens und abends ran – und das sei „völlig unzumutbar“.

Unter der Überlastung von Pferd und Reiter leide zudem die Qualität: Längst müssten bestimmte Figuren gestrichen oder zusammengelegt werden – die klassische ,Schulquadrille‘, einst das große Aushängeschild und ganzer Stolz des Instituts, musste um die Hälfte gekürzt werden.
All dies falle mittlerweile auch den Besuchern der Vorführungen auf – ,Geld-zurück-Forderungen‘ seien mittlerweile an der Tagesordnung, so die Bereiter lt. heute.at.

Die Bereiter fordern nun ein ganzes Bündel an Maßnahmen, um die Misere zu beenden und das Qualitätsniveau wieder anzuheben: Entlastung der Pferde, mehr Mitsprache der Bereiter – und mehr Geld seitens der Republik, denn zu allererst sei der wirtschaftliche Druck, ausgeglichen bilanzieren zu müssen, für die derzeitige Misere verantwortlich. Aus diesem Grund befürwortet die Belegschaft auch die Übersiedlung der Spanischen Hofreitschule vom Landwirtschafts- ins Kulturministerium – und nimmt damit eine Forderung auf, die vor wenigen Tagen der Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule erhoben hatte.

Eine Reaktion der Spanischen Hofreitschule zu den Vorwürfen steht derzeit noch aus – man darf sich aber in den kommenden Tagen und Wochen auf weitere Turbulenzen einstellen….

Den vollständigen Artikel von heute.at können Sie hier nachlesen.

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