Spanische Hofreitschule kontert: „Es gibt keine Tierquälerei.“

Die Leitung der Hofreitschule sieht die Reitkunst nicht gefährdet (Foto: Spanische Hofreitschule)

Nach kritischen Berichten in mehreren Online-Medien und einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft hat sich die Spanische Hofreitschule nun öffentlich gegen Tierquälerei- und Doping-Vorwürfe zur Wehr gesetzt.

Die medialen Turbulenzen rund um die Spanische Hofreitschule haben in den letzten Tagen wieder deutlich zugenommen. Begonnen hat es mit einer Pressekonferenz der FPÖ-Kultursprecherin Mag. Heidemarie Unterreiner am 28. Juni, in der sie unter dem Titel „Die Spanische Hofreitschule krankt“ das derzeitige Management sowie die Führung der Reitbahn vehement angreift. Man nehme Qualitätsverlust in Kauf, nur um finanzielle Verluste auszugleichen, so Mag. Unterreiner. Es sei das Gebot der Stunde, die Spanische nicht zum „Touristenzirkus“ verkommen zu lassen und dürfe das Kulturgut der Spanischen Hofreitschule nicht gefährden, meinte sie weiter. Auch die Dienstfreistellung zweier erfahrener Oberbereiter wurde kritisiert.

Kampagne im Web

Damit nicht genug: Anfang Juni berichteten mehrere online-Medien, darunter auch jenes des Pferdemagazins ReiterRevue von einer Anzeige der IG Pferdeschutz bei der Staatsanwaltschaft Wien. Diese Anzeige – wurde kolportiert – bezog sich auf die Pressekonferenz von Mag. Unterreiner und forderte die Staatsanwaltschaft auf, die darin genannten Vorwürfe, die auch tierschutzrechtlich relevant seien, zu prüfen.
Im Web machte die Meldung dieser Anzeige rasch die Runde – und erreichte in wenigen Tagen eine Dimension, die seitens der Spanischen Hofreitschule nicht mehr negiert werden konnte.

Am 5. Juli wurde über den APA-Dienst OTS eine Presseaussendung publiziert, in der die Hofreitschule die genannten Berichte energisch zurückweist. Wir zitieren auszugsweise:

„Aufgrund der in diversen Medien erhobenen Vorwürfe sieht sich die Spanische Hofreitschule gezwungen, Folgendes festzustellen:
1) Es gibt in der Spanischen Hofreitschule kein Doping. Die gegenteilige Behauptung ist unrichtig und kann auch von keinem Bereiter aufgestellt worden sein. 
2) Es gibt in der Spanischen Hofreitschule keine Tierquälerei. Die Pferde werden regelmäßig 2x wöchentlich tierärztlich untersucht. Ihr Einsatz wird stets streng nach den Anweisungen des Tierarztes und entsprechend dem Tierschutzgesetz geplant.
3) Die Spanische Hofreitschule steht keineswegs vor dem Konkurs. Das Defizit ist unter der Führung von Frau Dkfm. Elisabeth Gürtler von rund 2,3 Mio Euro im Jahr 2007 auf ein Minus von 269 000 Euro im Jahr 2009 zurückgegangen.
4) Das Jahreseinkommen von Dkfm. Elisabeth Gürtler liegt mit Euro 8.500,-- 14 x brutto erheblich unter 136 000.- Euro und beträgt damit jedenfalls weniger als die Jahreseinkommen der Oberbereiter und des Kaufmännischen Direktors.
5) Die Qualität der Vorführungen ist in den letzten beiden Jahren angestiegen, vor allem werden derzeit auch mehr Pferde als jemals in der Vergangenheit ausgebildet.“

Weiters spricht die Spanische von „gezielten Attacken“ und einer „Intrige“, hinter der sie den Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule vermutet. Dieser hatte sich in den letzten Monaten wiederholt öffentlich zu Wort gemeldet und auf die seiner Meinung nach negative Entwicklung der Spanischen unter der Leitung von Dkfm. Elisabeth Gürtler und Reitbahn-Leiter Ernst Bachinger hingewiesen.

Die vollständige Presseaussendung der Spanischen Hofreitschule ist hier nachzulesen.

Links:

www.srs.at

www.freundeskreis-srs.at

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