Stefan Csandls sportliche Zukunft: „Einmal zeigen, was ich kann!“

Stefan Csandl muss seine sportlichen Pläne an die neuen Gegebenheiten anpassen, das große Ziel aber bleibt: Weltmeister zu werden. Foto: Daniel Kaiser/Archiv

Anfang September verlor Stefan Csandl, mehrmaliger österreichischer Staatsmeisters im Einzelvoltigieren, sein Spitzenpferd Power Rush unter tragischen Umständen. Nun muss sich der sympathische Niederösterreicher sportlich neu aufstellen – wie es ihm dabei geht und was seine nächsten Pläne sind, hat er Pferdplus im Interview verraten.


Stefan Csandl, der seit seinem sechsten Lebensjahr voltigiert, schaffte 2002 den Sprung in den österreichischen Nationalkader, von da an war er jedes Jahr bei den Welt- und Europameisterschaften am Start und immer unter den besten Elf platziert. Neben vier Österreichischen Staatsmeistertitel (2007-2010) und zwei Vizestaatsmeistertiteln (2005/2006) war zweifellos die Bronzemedaille bei den Weltreiterspielen 2006 in Aachen mit der niederösterreichischen Gruppe Wildegg sein größter Erfolg.

Tatsächlich war Stefan Csandl der Hoffnungsträger schlechthin, um einmal für Österreich eine WM-Medaille im Einzelvoltigieren der Herren zu gewinnen. Bis Sommer 2011 lief auch alles planmäßig – doch durch den Tod von Power Rush (siehe auch unseren Pferdplus-Bericht darüber) ist nun alles anders. Csandl muss sich sportlich gewissermaßen neu erfinden – und ist, wie er Pferdplus verriet, am besten Weg dazu.

Seit dem Vorfall ist nun schon einige Zeit verstrichen und Stefan hat sich natürlich über seine Zukunft Gedanken gemacht. Schon bei der diesjährigen EM (Le Mans) startete er auf dem britischen Pferd Solitaire Legacy, longiert von Julie Newell.  Im Winter wird Stefan beim CVI** in Paris Mitte Dezember wieder mit diesem Pferd teilnehmen. Bereits Anfang Dezember startet er beim CVI** in Salzburg auf einem Pferd des renommierten deutschen Voltigier Verein Ingelsberg. Für die kommende Saison hat Stefan mehrere Ideen: „Eventuell werde ich mich als Pflichtverstärkung für die Gruppe, die für Österreich bei der WM an den Start gehen wird, anbieten.“  Aber auch den Schwerpunkt auf Pas de Deux zu setzen schwebt ihm vor. Das könnte allerdings an der Pferdeauswahl scheitern. Zudem hat Stefan ein Studium für Physiotherapie begonnen, das ihn intensiv in Anspruch nimmt.

Aus finanziellen Gründen wird er sich definitiv kein eigenes Pferd mehr kaufen. Momentan sucht Stefan nach einem  geeignetem Trainingspferd, damit er das Gefühl für die Bewegung des Pferdes nicht verliert. Auf welchem Pferd er die nächste Saison bestreiten wird und vor allem wie, ob Pas de Deux oder doch Einzel, wird sich erst in den Wintermonaten herausstellen.

Stefan hält – auch nach dem schweren Schicksalsschlag – immer noch an seinem Ziel fest: „Ich möchte einmal zeigen, was ich kann und vier perfekte Durchgänge turnen!“ Gelingt ihm das, so können wir uns sicher sein – wird diese Leistung bestimmt mit Edelmetall belohnt, ganz egal auf welchem Pferd.
Daniela Penz/Pferdplus


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