Stimmen zum Tod von Holger Schmezer: „Als wäre alles nur ein böser Traum“
Der Tod des deutschen Dressur-Bundestrainers Holger Schmezer hat einen dunklen Schatten über das Weltcup-Finale im niederländischen ‘s-Hertogenbosch geworfen. Pferdplus-Autorin Birgit Popp hat Stimmen und Reaktionen von Kollegen, Freunden und Weggefährten eingefangen.
Sowohl menschlich als auch von seiner Tätigkeit als Dressurtrainer und -richter wurde Holger Schmezer von allen Seiten gewürdigt, so von Jürgen Koschel, der neben seinen anderen Trainertätigkeiten als U25-Trainer für den deutschen Dressur-Nachwuchs zuständig ist, „Holger Schmezer war ein Diplomat des deutschen Reitsports. Die Art und Weise, wie er sich für den Dressursport einsetzte, wurde national und international von allen Seiten geschätzt. National wurde er sowohl von den Senioren als auch von den Jungen Reitern anerkannt und akzeptiert. Wie er alles schriftlich festgehalten hat, hat mir und Jonny Hilberath die Arbeit sehr erleichtert. Wir kannten uns seit 40 Jahren und zwischen ihm, Jonny und mir hat sich nicht nur eine enge Zusammenarbeit, sondern auch eine sehr enge Freundschaft entwickelt. Sein Tod ist für uns alle überaus bitter.“
Ullrich Kasselmann, Mitglied des deutschen Dressurausschusses, Turnierveranstalter und Partner von Paul Schockemöhle bei der PSI-Auktion, ergänzt: „Holger Schmezer war ein sehr guter Vertreter der deutschen Reiterei. Er war immer für neue Entwicklungen offen, ohne dabei das Wohlergehen der Pferde zu vernachlässigen. Er war ein akribischer Analytiker des Dressursports.“
Isabell Werth und ihre Mäzenin Madeleine Winter-Schulze sind sich einig: „Wir sind fassungslos. Es ist, als wäre alles nur ein böser Traum und er müsse jeden Moment wieder erscheinen. Zwei Tage vor seinem Tod haben wir alle gemeinsam noch einen sehr schönen Abend bei der Eröffnung der Ausstellung „100 Jahre Olympische Reiterspiele“ im Deutschen Pferde-Museum in Verden verbracht und er hatte noch so viele Pläne für die Zeit nach seiner Tätigkeit als Bundestrainer.“
Auch die in Deutschland lebende, dänische Top-Dressurreiterin Prinzessin Nathalie zu Sayn-Wittgenstein ist tief betroffen vom Ableben Schmezers: „Ich habe zwar nie mit ihm trainiert, aber ich habe ihn als Menschen und Pferdeefachmann sehr geschätzt und er hat mich in den letzten Jahren immer zum Geburtstag angerufen. Auf den Turnieren hat er mich auf dem Abreiteplatz drauf hingewiesen, wenn etwas gut oder weniger gut war. Ich habe seine Hinweise immer sehr geschätzt. Er hat sich auf seinen Ruhestand nach den Olympischen Spielen sehr gefreut, um mehr Zeit mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter verbringen zu können. Es ist sehr traurig, dass ihm dies nicht mehr vergönnt war.“
Birgit Popp/Pferdplus
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