Strenge Peitschen-Regel im britischen Rennsport neuerlich gelockert
Die British Horseracing Authority (BHA) musste die von ihr erlassenen strengen Regeln für den Peitschengebrauch bei Pferderennen neuerlich ändern – es ist dies bereits die zweite Anpassung seit Einführung der Bestimmungen am 10. Oktober dieses Jahres.
Am Donnerstag (10. November) hat die British Horseracing Authority (BHA) die neuerliche Abänderung der sogenannten Peitschen-Regel (siehe dazu auch unseren Pferdplus-Bericht) bekanntgegeben – seit gestern (Freitag, 11. November) sind sie in Kraft,
Wie das Magazin Horse&Hound informierte wurden die neuen Bestimmungen für den Gebrauch der Peitsche bei Flach- und Hindernisrennen in zwei wichtigen Punkten nachjustiert: Die Strafen für übermäßigen Peitscheneinsatz wurden herabgesetzt – und die Stewards erhalten mehr Handlungsspielraum, um jeden Fall individuell beurteilen zu können.
Keine Veränderung gibt es bei der Anzahl des Peitscheneinsatzes pro Rennen – bei Flachrennen ist es maximal erlaubt, die Peitsche sieben mal zu gebrauchen, bei Hindernisrennen acht Mal. Die Mindeststrafen für eine Überschreitung dieser erlaubten Anzahl wurde nunmehr jedoch reduziert. Bei der Überschreitung um einen Peitschenschlag wird die Mindeststrafe von fünf auf zwei Tage reduziert – bei zwei Peitschenschlägen Überschreitung beträgt die Mindeststrafe fünf Tage, bei drei Peitschenschlägen sieben Tage. Beim zweiten Vergehen verdoppeln sich diese Strafen. Falls ein Jockey eine Sperre von vier Tagen oder weniger erhält, kann diese aufgeschoben werden, falls er dadurch ein Gruppe 1 oder Grad 1-Rennen verpassen würde.
Schon unmittelbar nach Einführung der neuen Peitschen-Regeln hatte es heftige Proteste seitens der Jockeys gehagelt – Star-Jockey Richard Hughes hatte, nachdem er gleich zwei Sperren ausgefasst hatte, aus Protest sogar seine Lizenz zurückgegeben. Eine erste Entschärfung der neuen Bestimmungen hatte es bereits am 21. Oktober gegeben – u. a. wurde dabei jene Bestimmung außer Kraft gesetzt, nach der auf der letzten Achtelmeile die Peitsche nicht öfter als fünf Mal eingesetzt werden durfte. Sogar ein Jockey-Streik stand im Raum.
Mit der neuerlichen Abschwächung der strengen Sanktionen ist die BHA nun den Forderungen der Jockeys entgegen gekommen – an der Notwendigkeit des neuen Reglements hält sie jedoch fest: „Wir wollten mit den neuen Peitschen-Regeln eine grundlegende Verhaltensänderung einleiten und die Jockeys zu größtmöglicher Zurückhaltung beim Gebrauch der Peitsche anleiten – zum Wohle des Sports und um diesen langfristig abzusichern. Aber der Sport muss nun auch bereit sein, diese neuen Regeln anzuerkennen und sich an sie zu halten – es geht um die Zukunft des Rennsports", so Paul Roy, Vorsitzender der BHA gegenüber Horse&Hound.
Kevin Darley von der Jockey-Vereinigung PJA (Professional Jockeys Association) sieht jedoch weiteren Handlungsbedarf: „Die nun gemachten Veränderungen sind sicher ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir sind überzeugt, dass weitere folgen müssen. Die Regeln und die Strafen sind nach wie vor zu streng – und wir müssen in den kommenden Wochen und Monaten zweifellos noch eine ganze Reihe von Problemen lösen.“
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