Stroh für Pferde in optimaler Qualität herstellen
Egal, ob man Stroh als Einstreu oder in der Fütterung verwendet – stets sollte es in optimaler Qualität zur Verfügung stehen. Wie man Stroh sauber und staubfrei erntet und was bei der Lagerung zu beachten ist, verrät Univ.-Doz. Dr. Karl Buchgraber vom LFZ Raumberg-Gumpenstein.
Um beste Strohqualitäten zu ernten, braucht es hohes Qualitätsbewusstsein, bestmöglichen Einsatz von Technik und Wissen – und natürlich schönes Wetter. Angeregnetes, trockenes Stroh verliert an Qualität – Bakterien verbreiten sich und es beginnt zu schimmeln. Das Stroh sollte beim Pressen nicht mehr als 12 % bis 14 % Feuchtigkeit aufweisen. Ist die Feuchtigkeit zu hoch, so beginnt eine Erwärmung im Ballen (Fermentation) und austretender Zellsaft mit Nährstoffen bietet den Schimmel- und Hefepilzen genügend Substrat für die Vermehrung.
Liegt das Stroh locker im Schwad und ist gut getrocknet, so sollten die Ballen bei Sonnenschein mit einer Einstellung der Presse von 180 bar kompakt hergestellt werden. Wenn aber noch eine Restfeuchte vorliegt und das Wetter kippt, so sollte die Presse locker auf 80 bis 100 bar eingestellt werden, um noch ein „Abdampfen“ der Restfeuchte aus dem Ballen zu ermöglichen.
Trockene Lagerung
Nach der Ernte sollten die Ballen vom Feld in das trockene Lager gebracht werden – keinesfalls auf Erboden, von dort kommt ebenfalls Feuchtigkeit. Pferde sollen sich im Stroh wohlfühlen, sollen keine Atemwegserkrankungen davon bekommen und sollen auch, wenn ihnen nach Rohfaser und Laune ist, das gute Stroh aufnehmen können. Ein einfaches Bewertungsschema mittels Sensorik (Nase, Augen, Hände) soll helfen, die Strohpartien besser einzuordnen.
Aussehen der Strohpartien
Goldgelbes Stroh ohne braune bzw. schwärzliche Blätter und Stängel zeigt an, dass es hygienisch (Pilze, Bakterien) sauber ist. Die Nase kann diesen Eindruck bei der Geruchsprobe bei herrlichem Strohgeruch, ohne Fehlgeruch, unterstützen. Kommt leicht muffiger oder stechender Geruch durch, so haben sich hier bereits Schimmelpilze in großer Zahl (pro Gramm rund 1 Mio. Sporen) oder Fäulnisbakterien festgesetzt. Wirft man das Stroh noch gegen das Licht und schaut, wie die Staubentwicklung ist, dann kann die Qualität dahingehend eingeschätzt werden. Sind noch erdige Verunreinigungen vorhanden, so sollte dies berücksichtigt werden. Dies gilt sowohl für Futter- als auch für Einstreu-Stroh.
Die komplette Geschichte finden Sie in Pferdplus 8/2010
Autor: Univ.-Doz. Dr. Karl Buchgraber
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