Stuttgart German Masters: Platz zwei für Victoria Max-Theurer, Sieg für Isabell Werth
Im Grand Prix der Special-Tour zeigte Victoria Max-Theurer mit Augustin OLD eine Klasseleistung und wurde mit 74,426 % Zweite hinter Siegerin Isabell Werth und El Santo NRW. Renate Voglsang holte zudem Rang sieben mit hervorragenden 71,021 % – eine tolle Bilanz für Österreich.
Im Vorjahr hatten die Reihenfolge an der Spitze des Grand Prix der Special-Tour Victoria Max-Theurer mit Augustin OLD vor Isabell Werth mit El Santo NRW gelautet. Dieses Mal konnte sich die deutsche Erfolgsreiterin mit 76,787 Prozent gegen die Achleiternin durchsetzen, die auf 74,426 Prozent kam. Im letzten Jahr wendete sich im Special am Sonntag jedoch das Blatt – und, wer weiß, vielleicht wird es dies auch morgen tun. Wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten...
Dabei hatte Victoria Max-Theurer durchaus Glück gehabt, dass die Prüfung überhaupt so gut lief. Beim Abreiten in der Abreitehalle hatte es einen Beinah-Zusammenstoß gegeben, bei dem ihr elfjähriger Hengst stieg und seine Reiterin vom Pferd stürzte. Im Dressurviereck war das Paar wieder in Harmonie vereint und zeigte eine exzellente Vorstellung, wenngleich man sich in den Trabverstärkungen etwas mehr Schwungentfaltung gewünscht hätte. Zu den Höhepunkten zählten u.a. die Trabtraversalen, das Halten und Rückwärts-Richten und die Passagen.
Starke Leistung von Isabell Werth
Isabell Werth bot mit dem zehnjährigen Ehrentusch-Sohn eine sehr fließende Vorstellung mit Höhepunkten u.a. in den Trabverstärkungen, den Trabtraversalen, den Serien-Galoppwechseln, den Galopp-Pirouetten und der Passage. Die Piaffen waren, wie Isabell Werth es schon bei den Europameisterschaften in Rotterdam angekündigt hatte, auf das Niveau eines jungen Pferdes zurückgefahren mit viel Vorwärts-Tendenz, zudem etwas schwankend in der Vorderhand, aber willig – eben eine vertrauensbildende Maßnahme und so gab es auch ein aufmunterndes Lob der Reiterin in ihr Pferd während der Prüfung. Damit trübte nichts die gute Laune, die Isabell Werths Stimmung schon am Vortag nach ihrem gelungenen Ritt mit Don Johnson geprägt hatte, und die durch die Vorstellung zweier neuer Sponsorenverträge noch gefördert wurde. In Zukunft wird die fünffache Olympiasiegerin neben Meredith Michaels-Beerbaum Markenbotschafterin für Mercedes-Benz sein und wieder, wie schon zu Beginn ihrer Karriere, in Schwenkel-Handschuhen an den Start gehen und, wer vorher noch nicht wusste, dass sie für Deutschland an den Start geht, der sieht es nun auch an den dezenten schwarz-rot-gelben Farben auf ihrem Handrücken.
Platz drei (74,234) ging an Monica Theodorescu mit dem 13jährigen Welt Hit I-Sohn Whisper vor Brigitte Wittig mit der neunjährigen Breitling W-Tochter Blind Date (72,34). Die Drittplatzierten lieferten ebenfalls eine runde Vorstellung ab, bei der aber ebenfalls die Piaffen die Schwachstellen waren, wobei die Schlusspiaffe die eindeutig beste war. Bei der Bewertung der Piaffen fällt auf, dass Pferde, die deutlich bessere Piaffen als die drei erstplatzierten zeigten, doch die selben Noten erhielten.
Zu diesen Pferden zählt Fabriano von Renate Voglsang, die sich weiter auf dem aufsteigenden Weg befinden und sich über Platz sieben und 71,021 Prozent freuen durften. Eine schon sensationell gute Leistung für ein Turnier wie Stuttgart. Zu den Highlights der Vorstellung zählten die Trabverstärkungen und die Piaffe-Passage-Touren.
Birgit Popp/Pferdplus
Alle Ergebnisse gibt's unter http://stuttgart-german-masters.de
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