Totilas-Comeback in Hagen in Weltrekord-Nähe
Das Comeback von Totilas und Matthias Rath beim „Horses & Dreams“ CDI4* in Hagen a.T.W. fiel nach achtmonatiger Turnierpause souverän aus: Das Paar siegte mit imposanten 83,809 Prozent und blieb damit nur knapp unter dem Weltrekord von Totilas mit Edward Gal.
Gespannt hatten alle auf den ersten Turnierstart von Totilas und Matthias Rath nach acht Monaten Turnierpause gewartet, nachdem die geplanten Winter-Turniere wegen einer erneuten Verletzung Totilas Anfang Dezember 2011 hatten abgesagt werden müssen. In diesem Jahr waren die Veranstalter des CDI4* „Horses and Dreams“ (25.–29. April) auf der Anlage von Ullrich Kasselmann in Hagen a.T.W. zurückhaltender mit der Vorankündigung des prominenten Paares gewesen. Doch Klaus-Martin Rath, seines Zeichens Trainer und Vater von Totilas-Reiter Matthias Rath und Ehemann von Totilas-Mitbesitzerin Ann Kathrin Linsenhoff, hatte in der vergangenen Woche noch einmal im Gespräch mit Pferdplus bekräftigt, dass Totilas in Hagen an den Start gehen würde. Kurzfristig wurde der geplante Start in der Special-Tour zwar auf die Kür-Tour verschoben, weil Rath dort seine neue Michael-Jackson-Kür ausprobieren möchte, bevor er sich für die Sichtungen entschiedet, welche der beiden Küren er für sie nehmen möchte.
Rath & Totilas in Weltrekord-Nähe
Kurz vor 13 Uhr kam er am Samstag im Grand Prix der Kür-Tour als 27 von 30 Teilnehmern schließlich mit dem zwölfjährigen, KWPN- Rapphengst an den Start und sorgte einmal mehr für restlos gefüllte Tribünen und fast für einen neuen Weltrekord: Mit 83,809 Prozentpunkten kam er äußert dicht an den von Edward Gal mit Totilas bei der EM 2009 in Windsor im Grand Prix aufgestellten Punkterekord von 84,085 Prozent heran. Matthias Rath präsentierte Totilas korrekt, gehorsam an den Hilfen stehend, in guter Anlehnung und mit Höhepunkten in der Piaffe-Passage-Tour und fehlerfrei in den Serien-Galopp-Wechseln. Der studierte Betriebswirt, der sich nicht nur dem Reiten widmet, sondern sich auch um die Verwaltung des Linsenhoff’schen Besitzes kümmert, zeigte sich mit seinem Ritt sehr zufrieden, „Wir haben allen gezeigt, dass wir im Winter gut gearbeitet und es mit der Vorbereitung genau richtig gemacht haben.“
Rang zwei an Laura Bechtolsheimer
Mit den zweitplatzierten, dreifachen, britischen Vize-Weltmeistern von 2010 Laura Bechtolsheimer und Mistral Hojris hatten Rath und Totilas, der mit Edward Gal sich 2010 alle drei WM-Titeln gesichert hatte, harte Konkurrzenz. Mit 82,745 Prozent kamen sie sehr dicht an die Sieger heran, waren aber nur von einem Richter auf Platz eins gesehen worden, während die übrigen vier Richter das deutsche Paar an der Spitze gesehen hatten. Der 17jährige Fuchswallach zeigte sich sehr frisch und ausdrucksvoll. Das Gesamtbild wurde jedoch zeitweise durch die recht starke Handeinwirkung seiner Reiterin etwas getrübt. Platz drei ging an die deutschen Senkrechtsrater der letzten Monate Kristina Sprehe und den zehnjährigen Hannoveraner Rapphengst Desperados, die mit 81,851 Prozent auf dem besten Weg sind, sich direkt von der U25-Tour in den deutschen Olympia-Mannschafts zu katapultieren. Auch die dänischen Reiterinnen trumpften im Grand Prix von Hagen stark auf und belegten die Plätze vier bis sechs. Mit einer sehr soliden Vorstellung belegte die Oberösterreicherin Victoria Max-Theurer mit dem 14jährigen, Westfalen-Hengst Eichendorff NRW (72,809) Rang acht.
Charlotte Dujardin siegreich im Grand Prix der Special-Tour
Bereits am Freitag siegte im Grand Prix der Special-Tour die Favoritin und Mannschafts-Europameisterin Charlotte Dujardin mit ihrem EM-Pferd Valegro (81,426) vor Isabell Werth mit ihrem wie Valegro zehnjährigen Nachwuchspferd Don Johnson (76,511) und Anabel Balkenhol mit dem zwölfjährigen Fuchswallach Dablino (75,404), der im letzten Jahr für die deutsche EM-Mannschaft durch seine Verletzung in Aachen ausgefallen war, jetzt aber wieder fit ist.
Birgit Popp/Pferdplus
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