Triumph unter Tränen – Claire Lomas beendet London-Marathon erfolgreich

Claire Lomas hat es geschafft – und nach 16 Tagen den London Marathon beendet.

Sie hat's geschafft: Die gelähmte Vielseitigkeitsreiterin Claire Lomas hat gestern (8. Mai) ihr großes Ziel erreicht und nach 16 Tagen und 80.000 Schritten in ihrem Roboteranzug den London-Marathon beendet.

Für Claire Lomas, die seit einem Reitunfall im Jahr 2007 vom Oberkörper abwärts gelähmt ist, gab es in den letzten 16 Tagen viele emotionale Momente – doch als sie am gestrigen Dienstag die Ziellinie des London-Marathon in ihrem Roboteranzug überquerte, überwältigten sie die Emotionen und sie konnte ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Vielen Besuchern, die sie zu Hunderten auf den letzten Metern begleiteten, anfeuerten und unterstützten, ging es genauso.

Ihre Leistung ist mit Worten kaum zu beschreiben – britische Tageszeitungen schrieben vom ,tapfersten Marathon' aller Zeiten, und das scheint nicht übertrieben. Jeder Schritt, den Lomas mit ihrem Roboteranzug macht, ist enorm anstrengend und verlangt volle Konzentration, um die Sensoren des komplexen Apparates nicht zu verwirren und stets das Gleichgewicht zu behalten. Die Erschöpfung der letzten 16 Tage war Claire Lomas anzusehen – aber auch das Glück, es geschafft und es allen gezeigt zu haben, vor allem auch sich selbst: Du gehst – es geht!

Obwohl Lomas die komplette Marathon-Distanz von 26,2 Meilen bewältigt hat, bleibt ihr die offizielle Medaille des Veranstalters verwehrt. Die bekommen nur Teilnehmer, die den Marathon innerhalb von 24 Stunden schaffen – und man war für Claire Lomas zu keiner Ausnahme bereit. Für Ersatz sorgten zahlreiche andere Teilnehmer des London Marathons, die beim gestrigen Zieleinlauf dabei waren und Claire ihre Medaillen überließen. Und es gab noch eine weitere besondere Auszeichnung für sie: Kein Geringerer als Virgin-Gründer Richard Branson, hatte entschieden, dass Claire mit der ,Virgin Trophy' ausgezeichnet wird, die alljährlich an Menschen vergeben wird, die sich über normale menschliche Grenzen und Beschränkungen hinweggesetzt und mit ihren Leistungen andere inspiriert haben. Holly Branson, die Tochter von Richard Branson, war gestern vor Ort, um Claire Lomas diesen ganz besonderen Preis zu überreichen.

Claire Lomas hat die Strapazen auf sich genommen, um für die Wohltätigkeitsorganisation ,Spinal Research' Spenden einzusammeln und damit die Forschung im Bereich von Wirbelsäulenverletzungen zu unterstützen. 50.000,– Pfund waren ihr Ziel – geworden sind es schließlich unglaubliche 100.000,–, die bis zum heutigen Tag auf dem Spendenkonto eingelangt sind, allein am gestrigen Tag  sind fast 20.000,– Pfund überwiesen worden.

Begleitet wurde Claire von ihrem Ehemann Dan, der den ganzen Marathon nicht von Claires Seite wich, sowie von ihren Eltern Joyce und Martin. Auch Claires 14 Monate alte Tochter Maisie war mit dabei – sie alle sind auch auf dem folgenden Video zu sehen. Hier die emotionalen Momente des Zieleinlaufs…

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