TV-Tipp: Die letzten Wildpferde Europas in Dülmen
Am Montag, den 2. April, zeigt ARD eine eindrucksvolle Dokumentation über die Dülmener Wildpferde, deren Geschichte bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht und die bis heute frei und vom Menschen weitgehend unbeeinflußt in Westfalen leben – eine hippologische Rarität.
Im Herzen Westfalens verbirgt sich eine kleine hippologische Sensation: die letzten Wildpferde Europas, die in einem Sumpfgebiet nahe der Stadt Dülmen – dem sogenannten Merfelder Bruch – bis heute überdauert haben. Das Land – heute ein rund 350 Hektar großes Naturschutzgebiet – gehörte einst den Herzögen von Croy, die es Mitte des 19. Jahrhunderts unter Schutz stellten und so das Überleben der letzten Wildpferde Europas sicherten, deren Bestand auf nur noch 20 Tiere zusammengeschrumpft war. Inzwischen ist die Herde auf über 350 Tiere angewachsen – dennoch gelten die Dülmener Wildpferde als extrem gefährdete Nutzttierrasse. Sie leben bis heute nahezu unbeeinflusst vom Menschen und suchen sich ihre Nahrung das ganze Jahr über selbst. Sie werden draußen geboren - und sie sterben draußen. Stall und tierärztliche Betreuung kennen sie nicht. So haben sich viele ihrer ursprünglichen Instinkte erhalten können.
Über ein Jahr begleitete der Tierfilmer Christian Baumeister die Dülmener Wildpferde – und seine eindrucksvolle Dokumentation gibt nicht nur Einblick über das Leben und Überleben der Tiere im Merfelder Bruch, sondern auch über deren ausgeprägtes Sozialverhalten. Sein Film beginnt mit spektakulären Szenen aus der Paarungszeit im zeitigen Frühjahr, wenn die Hengste um die Stuten kämpfen. Nicht nur von ihren Rivalen, auch von den Stuten müssen sie einiges einstecken, denn die bestimmen, wann sie gedeckt werden wollen. Pferde sind ausgesprochen soziale Tiere. Die große Herde besteht aus vielen Familieneinheiten, die alle von einer erfahrenen Stute angeführt werden. Sie ist es auch, die vor jedem Trinken sorgfältig prüft, ob im Wasser keine Feinde lauern - ein uralter Instinkt, als Wildpferde noch gemeinsam mit Krokodilen im einst tropischen Deutschland lebten.
TV-Tipp:
Montag, 2. April, ARD, 20.15–21.00 Uhr: Erlebnis Erde. Die letzten Europas – Wildpferde
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