Verkauf von Totilas: Sjef Janssen „enttäuscht und verärgert"

Der niederländische Nationaltrainer Sjef Janssen – hier mit Ehefrau Anky van Grunsven – bedauert den Verkauf von Totilas (Foto: Julia Rau)

In einem Interview hat der niederländische Dressur-Nationaltrainer Sjef Janssen, Ehemann von Olympiasiegerin Anky van Grunsven, erstmals den Verkauf von Totilas kommentiert – und die tiefe Enttäuschung im niederländischen Dressurlager ausgedrückt.

Im Interview mit der Tageszeitung „Die Welt" hat Sjef Janssen deutlich zum Ausdruck gebracht, dass der Verkauf von Totilas an Paul Schockemöhle, von dem übrigens noch immer eine offizielle Bestätigung der Transaktion fehlt, ein schwerer Schlag für den niederländischen Dressursport ist – und man über das Verhalten von Totilas-Besitzer Cees Visser sehr enttäuscht ist. Janssen: „Ursprünglich war die Rede davon, dass uns Totilas nie weggenommen wird. Dann gab es 2009 erstmals Kaufanfragen an Besitzer Cees Visser. Damals wurde uns versprochen, dass wir Totilas mindestens bis zu den Olympischen Spielen 2012 behalten dürfen."
Dann aber kam Paul Schockemöhles Millionen-Offert – und der Besitzer überlegte es sich doch anders. Janssen verbittert: „Wenn jemand so praktisch und ökonomisch denkt, müssen wir das akzeptieren."
Skeptisch ist Janssen, was die weitere sportliche Zukunft von Totilas betrifft – nicht jeder Reiter komme mit jedem Pferd gleich gut zurecht, und Totilas sei eben sehr speziell: „Totilas ist ein Pferd mit einem unglaublich arbeitswilligen Charakter, für den Reiter ist das sehr positiv. Allerdings ist Totilas sehr sensibel, du musst ihn erst mal kennenlernen, darfst ihm nicht deinen Stempel ausdrücken. Nicht jeder kann mit Totilas umgehen." Und Janssen weiter: „Wenn ein nicht so begabter Reiter auf ein exzellentes Pferd steigt, zeigt es womöglich nicht mehr seine beste Leistung."
Überhaupt stehe der turniersportliche Einsatz von Totilas generell in Frage – Janssen hält es durchaus für möglich, dass Schockemöhle den Hengst ganz aus dem Sport herausnimmt und nur noch in der Zucht einsetzt.
Wie auch immer es mit Totilas weitergeht – die Niederlande sind als Dressur-Nation nun mehr gefordert denn je: „Wir müssen unsere Hausaufgaben jetzt noch besser machen und noch mehr kämpfen. Wir geben nicht auf. Wi rhaben jetzt zwar keinen Totilas mehr im Stall, aber einige andere sehr gute Pferde."

Das vollständige Interview können Sie hier nachlesen.

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