Vielseitigkeit: Olympiapferd Mr. Medicott von Frank Ostholt verkauft

Frank Ostholt mit Mr. Medicott bei den Olympischen Spielen in Hongkong 2008. Foto: Julia Rau

Der Ausverkauf deutscher Vielseitigkeitscracks geht weiter: Nach Kai Rüder Charlie Weld und Andrea Dibowskis Butts Leon ist nun weiteres Spitzenpferd ins Ausland gegangen – Mr. Medicott von Mannschafts-Olympiasieger Frank Ostholt. Käufer ist die US-Reiterin Karen O'Connor.

Mr. Medicott, mit dem Frank Ostholt Mannschafts-Gold beim Olympischen Vielseitigkeitsbewerb von Hongkong 2008 erobert hatte, ist definitiv verkauft – das bestätigte Frank Ostholt im Gespräch mit dem Reitsportmagazin St. Georg. Der 12-jährige irische Fuchs wurde an die US-Reiterin Karen O‘Connor für einen nicht näher genannten Betrag verkauft – offenbar sehr zum Missfallen des deutschen Bundestrainers Hans Melzer, der fest mit Mr. Medicott für die Olympischen Spiele 2012 gerechnet hatte: „Mr. Medicott war in unseren Planungen für London eine feste Größe, gerade der London-Kurs hätte ihm gelegen. Doppelt bitter ist es für uns, dass er zu einer starken Reiterin kommt,  was eine Stärkung der Konkurrenz bedeutet", so Hans Melzer gegenüber St. Georg.

Bereits Anfang August waren Melzer zwei mögliche Kandidaten für das deutsche Vielseitigkeitsteam in London 2012 abhanden gekommen: Innerhalb weniger Tage waren dmals Butts Leon (mit dem Andreas Dibowski Mannschafts-Gold in Hongkong 2008 geholt hatte) sowie Charlie Weld (mit Reiter Kai Rüder Weltmeister der Jungen Vielseitigkeitspferde 2009) an ausländische Reiter verkauft worden. Butts Leon ging an die für Thailand startende Nina Ligon, Charlie Weld an die US-Reiterin Julian Stiller.

Wie die Website Buschreiter.de berichtete, hatten sich sowohl Hans Melzer als auch Reinhard Wendt, Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), intensiv bemüht, den Besitzer von Mr. Medicott – Gerd Hermann Horst – vom Verkauf abzubringen, jedoch vergeblich. So könnte sich nächstes Jahr in London die kuriose und für Deutschland wenig erfreuliche Situation ergeben, dass zwei Pferde des glorreichen deutschen Gold-Teams von Hongkong im Lager der Gegner an den Start gehen. Doch wie heißt es so schön: Geld hat kein Mascherl – und trägt offenbar auch keine Nationalfarben…

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