Voltigier-EM Le Mans: Bronze im Pas de Deux und in der Teamwertung für Österreich
Auch wenn es im Einzelvoltigieren der Senioren nicht für eine Medaille gereicht hat, kann Österreich mehr als stolz auf seine Athleten sein: Nach drei Silbermedaillen bei den Junioren gab es am Schlusstag der Voltigier-Europameisterschaft in Le Mans noch zweimal Bronze!
Auch wenn es zu Beginn der EM den Anschein hatte, das könne nicht gut gehen, so darf man jetzt mit dem Resultat mehr als zufrieden sein. Das Pas de Deux-Paar Lukas Wacha und Jasmin Lindner, der Einzelvoltigierer Stefan Csandl, die Junioren Europameisterin von 2010 Daniela Fritz – sie alle gingen nicht mit ihren gewohnten Pferde-Partnern an den Start. Dann der Schock, als Elliot, das Pferd des Pas de Deux-Paars, den Vet-Check nicht schaffte. Und trotz all dieser Hürden und Rückschläge schafften Österreichs Voltigierer eine tadellose sportliche Gesamtbilanz – das zeugt nicht nur von der Qualität der Mannschaft, sondern auch von deren Charakter.
Senioren-Damen
Beste Österreicherin bei den Damen wurde Christa Kristofics-Binder (NÖ) mit ihrem Alonso und Fritz Schandl an der Longe auf dem fünften Rang (8,072). Die erst vor kurzem von einer schweren Knieverletzung genesene Tirolerin Jasmin Gipperich holte auf der im Voltigiersport noch eher unerfahrenen Schimmelstute Wolke Sieben und mit Klaus Haidacher an der Longe Platz neun (7,912). „Wolke“, so wird sie von den Voltis genannt, zeigte sich damit bei ihrem ersten Championat von ihrer besten Seite. Die Steirerin Stefanie Kowald, in diesem Jahr mit Deuville, dem Pferd der Salzburgerin Barbara Lukesch (LF) am Start, erreichte ebenfalls einen Platz unter den Top 15 – und zwar den 14 (7,646).
Gold ging an die amtierende Welt- und Europameisterin Joanne Eccles aus Großbritannien (Gesamtnote 8,553), jedoch mit nur minimalem Vorsprung auf die erst 18-jährige Deutsche Sarah Kay, die mit 8,533 Silber holt. Bronze ging an Rikke Laumann (DEN) mit Gesamtnote 8,152.
Senioren-Herren
Bei den Herren stellte Lukas Wacha (T) einmal mehr unter Beweis, dass er das Einzelvoltigieren in den letzten drei Jahren nicht verlernt hatte: von 2008 bis 2010 im Team sehr erfolgreich (2008 WM Silber, 2009 EM Gold, 2010 WEG Bronze), war er dieses Jahr wieder im Einzel im Einsatz. Mit Macchiato und Klaus Haidacher schaffte er den ausgezeichneten fünften Rang (Gesamtnote 8,443) im Herren-Einzel. Leider vom Pech verfolgt blieb Stefan Csandl – zuerst fiel sein Pferd und seine Longenführerin für die EM aus – dann passierten ihm auch noch mehrere Patzer mit seinem Ersatzteam aus Großbritannien, Solitair Legacy und Julie Newell an der Longe – unterm Strich reichte es nur für Rang elf (Note 7,380). Der amtierende Weltmeister Patrick Looser (SUI) holte nun auch EM-Gold mit Gesamtnote 8,443, Silber ging an den Franzosen Nicolas Andreani (8,350), Bronze an den Deutschen Viktor Brüsewitz (8,204).
Pas de Deux und Team
Auch wenn es in den Einzelbewerben der Damen und Herren zu keiner Medaille für Österreich gereicht hat, holte Österreich am Schlusstag noch zweimal Edelmetall: Zuerst gewann das Pas de Deux-Paar Lukas Wacha und Jasmin Lindner auf ihrem Ersatzpferd Black Beat mit Martina Seyrling an der Longe die Bronzemedaille mit Gesamtnote 8,245 – und dann holte auch noch das Senioren-Team Bronze.
Die Medaille von Wacha und Lindner im Pas de Deux-Bewerb verdient besondere Hochachtung, nachdem deren Pferd Elliot beim Vet-Check durchgefallen war. Gold im Pas de Deux ging an das Paar aus Deutschland (Theresa-Sophie Bresch/Torben Jacobs – Gesamtnote 8,419)
vor den Eccles Schwestern Hannah und Joanne aus Großbritannien (Endnote 8,411). Pech hatte Österreichs zweites Duo Daniela Slomka und Katharina Nell (Pas de Deux Europameister 2010): Im ersten Durchgang mussten sie ihr Pferd Valeccito zweimal ungewollt verlassen. Jedoch kämpften sie sich im Finale wieder mit einer sehr schönen Darbietung zu „Jurassic Park“ nach vor – am Ende wurden die beiden Niederösterreicherinnen Achte (Note 7,296).
Und auch im Königsbewerb – der Senioren-Teamwertung – gab ein
Erfolgserlebnis für das Team des RC Wildegg mit ihrem Pferd Libretto und
Longenführerin Maria Lehrmann: EM-Bronze! Zu diesem Erfolg gab's vom
Team Austria in der „Kiss and Cry Area“ gleich ein „Ständchen“ – Team
Mitglied Katharina Luschin bekam ihr Happy Birthday gesungen, sie
feierte am Finaltag ihren Geburtstag. Team-Europameister wird
Deutschland (Gesamnote 8,300), Silber gewann das Schweizer Team (Note
8,247), Bronze an Österreich mit Endnote 7,980.
Daniela Penz/Pferdplus
Alle Ergebnisse zur EM in Le Mans gibt's hier.
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