WEG Kentucky: Österreichs Reining Team verpasst Bronze hauchdünn
Nach drei von vier Durchgängen in der Reining-Nationenwertung lag Österreich noch auf Platz zwei – doch dann zogen noch Belgien und Italien an uns vorbei. Der Weltmeister-Titel ging klar an das Team von Gastgeber USA.
Am Ende hat das so notwendige Quäntchen Glück leider doch gefehlt: Österreichs starkes Reining-Team mit Martin Mühlstätter/Wimpys Little Buddy, Markus Morawitz/Spin Me A Deal, Dennis Schulz/Laredo Whiz und Rudi Kronsteiner/Einsteins Revolution hat die in sie gesetzten hohen Erwartungen zwar vollauf erfüllt – für das große Ziel, eine WM-Medaille, hat es aber schließlich doch nicht ganz gereicht: Mit einem Gesamtscore von 653,50 Punkten belegte das österreichische Quartett am Ende nur den undankbaren vierten Rang – hauchdünne zwei Punkte hinter Bronzemedaillengewinner Italien (655,50 Punkte). Ebenfalls an Österreich vorbeigezogen ist Belgien, das bis zum Schlussreiter Bernard Fonck – derzeit einer der stärksten Reiner weltweit – noch auf Rang vier der Nationen-Zwischenwertung gelegen war. Am Ende kam das belgische Team auf 659,00 Gesamtscore und holte sich damit Silber. Hinter Österreich ging es ebenfalls enorm knapp zu – mit nur einem Punkt Rückstand (652,50) erreicht Canada Rang fünf, Deutschland wird Sechster (650,50 Gesamtscore).
Vom ersten bis zum letzten Reiter souverän und ungefährdet holte sich das favorisierte US-amerikanische Team mit einem Gesamtscore von 674,50 die Goldmedaille – wie schon zuvor bei den World Equestrian Games 2002 in Jerez und 2006 in Aachen. Schlussreiter Shawn Flarida mit RC Fancy Step sorgte mit einem 227,00er Score für die beste Einzelleistung des bisherigen Turniers.
Top-Leistung von Kronsteiner
Nach Österreichs drittem Nationen-Reiter Dennis Schulz/Laredo Whiz war der Vorsprung Österreichs auf den drittplatzierten Brasilien zwar auf drei Punkte geschrumpft – doch die Silbermedaille schien immer noch möglich, zumal Schlussreiter Rudi Kronsteiner eine starke Leistung zuzutrauen war. Die 212,50 Punkte für Schulz waren jedoch Österreichs Streichresultat – und ließen erste Befürchtungen aufkommen, dass es am Ende vielleicht doch knapper werden könnte, als uns lieb war....
Kronsteiner zeigte mit Einsteins Revolution tatsächlich eine eindrucksvolle Vorstellung, die mit 221,00 Punkten honoriert wurde. In der Einzelwertung kam Kronsteiner damit auf Rang sieben – dennoch sollte es in Summe für eine Nationen-Medaille knapp nicht reichen. Sowohl die beiden belgischen Schlussreiter Cia Baeck/Peek A Boom (216,00) als auch Bernard Fonck mit BA Reckless Chickauf (223,50) konnten noch einmal kräftig aufs belgische Nationen-Konto einzahlen. Und mit besagten 659,00 Gesamtzählern sogar noch Platz zwei erobern.
Italien und Belgien am Ende stärker
Eine Sonderleistung gelang auch den Italienern: Diese waren katastrophal in den Bewerb gestartet, hatten sich durch Marco Ricotta ein Null-Score eingefangen (ebenso wie Deutschland durch Startreiter Nico Hörmann) – doch die drei weiteren Teamreiter bewiesen Nervenstärke und steigerten das italienische Gesamscore sukzessive: Stefano Massignan holte mit 224,00 das zweithöchste Score aller Teilnehmer, auch Dario Carmignani/Red Chic Peppy (216,50) und Nicola Brunelli (215,00) hielten dem Druck stand und verhalfen dem Titelverteidiger doch noch zur Bronzemedaille.
Österreichs Reining-Quartett hat dennoch keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen – auch wenn die Enttäuschung im ersten Moment sicher groß ist. Sie haben ihr Bestes gegeben – und zwar keine Medaille, aber ein Top-Resultat bei einer Weltmeisterschaft geholt. In anderen Disziplinen würde man über einen vierten Platz wohl Freudentränen vergießen....Absolut positiv ist auch, dass Rudi Kronsteiner (Platz sieben) und Martin Mühlstätter (Platz elf) die Qualifikation für das Einzelfinale am Donnerstag geschafft haben – auch das verdient Hochachtung!
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