Wehrhaftes Pony schlägt Gepard in die Flucht

Jaja, man sollte Ponys niemals unterschätzen... Foto: Irene Gams

Im Tiergarten Nürnberg ist es zu einem bemerkenswerten Zwischenfall gekommen: Der 10 Jahre alte Gepard Turbo sprang über die Mauer seines Geheges und attackierte ein Pony. Das aber wußte sich zu wehren – und schlug die Raubkatze in die Flucht.

Wie es am 18. Jänner zum Ausbruch von Gepard Turbo im Nürnberger Zoo gekommen war, ist der Zooleitung nach wie vor ein Rätsel – immerhin ist die Gehegemauer, die zudem durch zwei Elektrozäune gesichert ist, an ihrer niedrigsten Stelle 2,70 m hoch. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, ist der Jagdinstinkt des Geparden offenbar von einer Gruppe Ponys, die gerade im Tierpark ausgeführt wurde, geweckt worden – und der setzte zu einem „Mega-Sprung“ an.

Turbo stürzte sich auf das erste Pony der Gruppe. Während die anderen Ponys davonliefen, kam es zu einem Kampf zwischen Pony und Gepard – bei dem erstaunlicherweise der Gepard den Kürzeren zog. Ein kräftiger Huftritt an den Kopf der Raubkatze schlug diese schließlich in die Flucht. Auch das Pony wurde leicht verletzt, die Blessuren von Gepard Turbo sind jedoch deutlich gravierender, so die Süddeutsche weiter.

Nach der erfolglosen Attacke versteckte sich Turbo im Gebüsch, wo er von Zoomitarbeitern in Schach gehalten werden konnte und schließlich mit Betäubungspfeilen narkotisiert wurde. Wie Tiergartendirektor Dag Enke meinte, war die Gefahr für Menschen bei diesem Vorfall gering: „Geparden haben an sich Respekt vor Menschen – ganz im Gegensatz etwa zu Tigern. Gefährlich hätte es nur werden können, wenn das Tier die Orientierung verliert und z. B. ein Kind vor Schreck vor ihm wegläuft, das könnte den Jagdinstinkt auslösen und zu einer Attacke führen, da ein Kind eher ins Beutschema eines Geparden passt als ein erwachsener Mensch.“

Glücklicherweise ist es nicht soweit gekommen – dennoch wil man in Nürnberg aus dem Vorfall lernen: Turbo kommt vorläufig nicht in sein altes Domizil zurück, solange die Gehegemauer nicht zusätzlich gesichert wird und in ihrer gesamten Länge auf 3,10 m erhöht wird. Das sollte auch für den sprunggewaltigen Geparden reichen – und Attacken auf Ponys wird sich Turbo künftig wohl ohnehin überlegen….

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