Weltcup-Finale Springen: Rich Fellers holt den Titel

Der US-Amerikaner Rich Fellers holte mit Flexible seinen ersten Weltcup-Finalsieg. Foto: Julia Rau

Mit einem äußerst spannendem Stechen endete das Rolex FEI Weltcup-Finale der Springreiter in den Brabanthallen von 's-Hertogenbosch: Am Ende entschied weniger als eine Sekunde zugunsten des US-Amerikaners Rich Fellers, Platz zwei ging an den Schweizer Steve Guerdat, Landsmann Pius Schwizer wurde Dritter.

Nach dem ersten Umlauf des dritten, wie die beiden vorangegangenen mit 110.000 Euro dotierten Wertungsspringens hatten drei Paare mit nur einem Strafpunkt in Führung gelegen, da sowohl der Schweizer Steve Guerdat als auch der US-Amerikaner Rich Fellers fehlerfrei geblieben waren, Pius Schwizer aber einen Zeitstrafpunkt hatte. Im zweiten Umlauf unterlief Schwizer als letztem Starter aber ein Abwurf mit Carlina, womit der Final-Zweite von 2010 diesmal „nur“ auf dem dritten Rang landete, während die beiden anderen Paare erneut fehlerfrei blieben. Schwizer stellte später fest, „Ich hatte die anderen beiden mit einer Nullrunde im ersten Umlauf unter Druck setzen wollen, doch durch den einen Zeitstrafpunkt habe ich mich selbst unter Druck gesetzt und bin etwas nervös geworden, da ist mir der Hindernisfehler im zweiten Umlauf unterlaufen.“

Sein Landsmann Steve Guerdat musste mit Nino des Bussoinnets als erster Starter ins Zweier-Stechen, lieferte eine äußerst schnelle Runde in 26,61 Sekunden, nahm am Ende aber vor dem letzten Oxer einmal zuviel auf und verlor dort die kostbaren Bruchteile einer Sekunde, die ihm schließlich den Gesamtsieg in dem mit 295.000 Euro dotierten Gesamtklassement gekostet haben. Sein Kommentar: „Es war mein Fehler, ich muss beim nächsten Mal einfach besser reiten!“

Rich Fellers hingegen behielt die Nervern, steuerte seinen 16jährigen Cruising-Sohn Flexible, mit dem er bereits das erste Wertungsspringen am Donnerstag gewonnen hatte und im Finale 2008 Zweiter geworden war, sicher und schnell über die Hindernisse und holte  in 25.97 Sekunden den Weltcup-Titel nach 25 Jahren wieder in die USA. Ein ganz persönlicher Erfolg auch für den US-amerikanischen Bundestrainer und Equipechef George Morris, der den 52jährigen Mann aus Oregon seit 38 Jahren trainiert, und so Morris, einst selbst höchst erfolgreich im internationalen Springsport, „Er hat nie einen anderen Trainer besessen und er ist ein so positives Beispiel für die amerikanische Reitweise. Ich bin sehr, sehr glücklich und stolz.“ Morris hatte den Beginn einer Krebstherapie aufgeschoben, um seine Reiter beim Weltcup-Finale in ’s-Hertogenbosch betreuen zu können. Schon beim CHIO Aachen im Juli plant er wieder an ihrer Seite zu stehen. Nach den Olympischen Spielen beabsichtigt der 74jährige Team-Zweite der Olympischen Spiele 1960 in Rom, der als Equipechef seine Mannschaft 2004 und 2008 zu Olympischen Mannschaftsgold führte, sein Amt als Equipechef und Bundestrainer aus Altersgründen niederzulegen.

Dem Deutschen Philipp Weishaupt gelang es, sich mit Monte Bellini noch vom 14. Rang im ersten Wertungsspringen auf Platz vier vorzuarbeiten – einen Rang vor dem Europameister von 2009, dem Franzosen Kevin Staut mit Silvana. Sechster wurde der amtierende schwedische Europameister Rolf-Göran Bengtsson mit Casall La Silla, Rang sieben belegten ex aequo Maikel van der Vleuten mit VDL Groep Verdi sowie der Deutsche Marcus Ehning mit Copin van de Broy.


Birgit Popp/Pferdplus

Alle Ergebnisse des Weltcup-Finales finden Sie hier.


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