Working Equitation – ein Pferdesport mit Charme & Pfiff
In Österreich gewinnt die Pferdesportdisziplin Working Equitation stetig mehr Anhänger. Welche Bewerbe und Klassen dabei ausgetragen werden und wie so ein Working Equitation-Turnier abläuft, hat sich Pferdplus näher angesehen.
Die Basis dieses Sports bilden jahrhundertelange Reittraditionen. Ähnlich dem Westernreiten in Amerika entstanden im Laufe der Zeit auch in Europa verschiedene „Arbeitsreitweisen“. Diese finden sich alle in der Working Equitation wieder – so kann man hier französische, italienische, spanische und natürlich auch sehr starke portugiesische Wurzeln erkennen. Zum Grundgedanken der Working Equitation gehört das Tragen der jeweiligen Landestrachten der Reiter – es verleiht einen attraktiven Showcharakter und ist vor allem für Zuschauer besonders eindrucksvoll.
Jede Pferderasse ist in diesem Bereich zu sehen – wichtig ist nur, dass das Pferd eine solide Dressurbasis besitzt, wendig, charakterstark und nicht schreckhaft ist. Auch der Reiter sollte eine gute Grundausbildung genossen haben, Vertrauen zu seinem Pferd besitzen und bei der rasanten Dressur- oder Trailarbeit über gute Schenkelarbeit verfügen. Für die Teilnahme an einem WE-Turnier ist KEINE Lizenz erforderlich!
Verbreitung
Die ersten großen Working-Equitation Turniere fanden in Italien und Frankreich statt, kurze Zeit später folgten Spanien und natürlich Portugal (wo die Working Equitation eine besondere Tradition besitzt). Heutzutage wächst die Zahl der Interessierten und teilnehmenden Staaten stetig – so sind auch Deutschland, Schweden, England, Belgien, die Schweiz und noch einige andere Staaten von diesem Turniersport begeistert. Auch Österreich ist vor einiger Zeit auf diesen Zug aufgesprungen. Im April 2009 fand am Marienhof in Spillern (www.gestuet-marienhof.at) das erste offizielle Turnier mit reger Teilnahme und großem Interesse statt. Schon ein Jahr später, wieder am Marienhof, konnte man die portugiesische Nationalmannschaft, samt amtierendem Welt- und Europameister Pedro Torres, zur Teilnahme am Turnier gewinnen. In Ebreichsdorf wird seit einiger Zeit ebenfalls jährlich ein Working-Equitation Turnier veranstaltet.
Bewerbe
Dressur – zahlreiche Lektionen mit Musik in Schritt und Galopp
Trail – korrektes Bewältigen verschiedenster Hindernisse (Sprung, über eine Brücke gehen, Tor öffnen, Slalom reiten, etc.), Ziel ist eine harmonische Zusammenarbeit von Pferd und Reiter bei der Hindernisbewältigung, die Strecke zwischen den Hindernissen sollte im Galopp zurückgelegt werden
Speed-Trail – wie beim Trail, allerdings zählen nicht nur Fehler bzw. Abwürfe sondern auch die Zeit, Fehler führen aber nicht zur Disqualifikation
Rinderarbeit – eines der Tiere von der Herde muss vom Team (bestehend aus 4 Personen) in einen bestimmten Bereich gebracht werden, mit Zeitlimit
Verschiedene Klassen
Die Turniere werden in Österreich in drei Schwierigkeitsklassen ausgetragen:
– Einsteigerklasse (Mindestalter Pferd: 4 Jahre); beidhändiges Reiten, traben zwischen den Hindernissen und Gerte erlaubt
– Fortgeschrittenenklasse (Mindestalter Pferd: 5 Jahre); selbe Richtlinien wie Masters, aber beidhändig reiten erlaubt
– Masterklasse (Mindestalter Pferd: 6 Jahre); einhändiges Reiten mit Kandare und Galopp zwischen den Hindernissen; nur wer 1 Turnier in der Fortgeschrittenenklasse positiv absolviert hat ist hier starberechtigt
Auch bei den Reitern gibt es natürlich Altersklassen – in der allgemeinen Klasse darf man ab 16 Jahren starten. Jugendliche dürfen ab 12 Jahren starten, Junioren ab 15 Jahren.
Weitere Informationen: www.working-equitation.at
Die komplette Geschichte finden Sie in Pferdplus 09/2010
Autorin: Katharina Meissner
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News
Working Equitation
Ich bin selbst schon mal an einem Working Equitation Turnier gestartet. Das war 2006 in der Pullman City. Noch nicht sehr gut vorbereitet auf diese neue Pferdesportart aus Spanien habe ich jedoch ganz gut abgeschnitten und mich im kleinen Kreis der internationalen Teilnehmer sehr wohl gefühlt. Überall hat man mir geholfen und daher kann ich jedem diesen vielfältigen Reitsport nur empfehlen.
Diese Rinderarbeitsweise ist sehr vielfältig und verlangt eine totale Teamarbeit von Pferd und Reiter. Auch für die Ausbildung des Pferdes für diese Reitart ist Vielfältigkeit gefragt und daher durchaus für viele Rasse machbar und empfehlenswert.
Ich freue mich, dass es Working Equitation geschafft hat sich in Österreich zu etaplieren und so hoffe ich noch viel davon zu sehen und zu lesen.