Zusatzfuttermittel: Pferdebesitzer hören nicht nur auf den Tierarzt
Eine interessante Studie führten zwei Veterinär-Studentinnen aus Großbritannien durch: Sie untersuchten die Entscheidungsprozesse von Pferdebesitzern bei der Wahl von Zusatzfuttermitteln. Das Ergebnis überrascht.
Die Studie der Studentinnen Charlotte Agar und Rachael Gemmill wertete – unter der Leitung der School of Veterinary Sciences der Universität von Nottingham – Daten einer Online-Befragung aus, an der mehr als 800 Pferdebesitzer teilgenommen hatten. Im Focus stand die Frage, auf Basis welcher Informationen Pferdebesitzer darüber entscheiden, welche Zusatzfuttermittel sie ihren Pferden geben – und auch, mit welchen Zielsetzungen sie verabreicht werden. Unterstützt wurde die Studie vom Futtermittelhersteller Dodson & Horrell Ltd, einem der führenden Anbieter von Pferdefutter und Futterzusätzen in Europa.
Das durchaus spannende Ergebnis: Viele Pferdebesitzer folgen zwar dem Rat ihres Tierarztes, wenn es um Zusatzfutter für ihr Pferd geht – und zwar fast die Hälfte (49,8%) – doch ein sehr hoher Prozentsatz verlässt sich auch auf Internet-Berichte und -Bewertungen (39,4%) sowie auf die Empfehlungen von anderen Reitern und Kollegen (18,1%).
Weitere Ergebnisse zeigten, dass Pferdebesitzer hauptsächlich aufgrund von Gelenks- und Mobilitäts- oder Verhaltensproblemen zu Zusatzfuttermitteln greifen. Unterschiede in der Ursache und Wahl des Zusatzfutters traten hauptsächlich zwischen verschiedenen Disziplinen auf, was durch spezifische Anforderungen erklärt wurde.
Die Studie von Charlotte Agar und Rachael Gemmill war die erste ihrer Art und wurde von Dr. Sarah Freeman beaufsichtigt, einer Spezialistin im Bereich Großtierchirurgie: „In dieser Studie sind erstmals Pferdebesitzer zu diesem wichtigen Thema befragt worden. Die Ergebnisse sollen Tierärzten, Futterberatern und Besitzern bei der Zusammenarbeit helfen, um die individuellen Bedürfnisse von Pferden abdecken zu können.“ Weitere Forschungen sollen nicht nur die Entscheidungen der Besitzer analysieren, sondern auch untersuchen, wie Informationen zu den Zusatzfuttermitteln am besten angeboten werden können.
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