Zwei weitere tote Rennpferde bei Cheltenham-Festival

Die Zahl toter Rennpferde beim Cheltenham Festival hat sich auf fünf erhöht. Foto: Animal Aid

Am Mittwoch sind beim Cheltenham Racing Festival erneut zwei Pferde so schwer gestürzt, dass sie eingeschläfert werden mussten – womit sich die Anzahl der toten Pferde bei der Veranstaltung auf insgesamt fünf erhöht hat. Tierschützer fordern Konsequenzen.

Nach drei toten Pferden am Eröffnungstag (Dienstag, 13. März) des diesjährigen Cheltenham Racing Festivals (siehe hier auch unseren Bericht darüber), gab es am zweiten Renntag erneut schwere Stürze mit tragischen Folgen: Beim Coral Cup Hindernisrennen am Mittwoch, den 14. März, mußten die Pferde Featherbed Lane und Abergavenny nach Beinbrüchen eingeschläfert werden. Innerhalb von nur zwei Renntagen kamen somit fünf Pferde ums Leben – eine bestürzende Bilanz, die für heftige Kritik seitens von Tierschutzorganisationen gesorgt hat: Animal Aid kritisierte die Bodenverhältnisse im Cross Country-Handicap am Dienstag, in dem die Pferde Scotsirish und Garde Champetre ums Leben kamen – der Boden wäre extrem hart und für die Pferde gefährlich gewesen. Auch die zu großen Starterfelder waren ein Kritikpunkt – die Pferde könnten im dichtgedrängten Pulk keine optimalen Absprungpunkte finden, was insbesondere für unerfahrene Rennpferde die Sturzgefahr erhöhe, so Animal Aid.

Ein zu großes Starterfeld – nämlich 28 Pferde – wird von Andrew Tyler, dem Leiter von Animal Aid, auch für die beiden Todesstürze im Coral Cup verantwortlich gemacht: „Das Teilnehmerfeld war mit 28 Rennpferden hoffnungslos überfüllt – das macht es für die Pferde schwer, in einer optimalen Position zu den Hindernissen zu kommen. Die Tragödie mit fünf toten Rennpferden in nur zwei Tagen bestätigt den Ruf des Cheltenham Festivals als blutigen und gnadenlosen Event. Seit dem Jahr 2000 sind in Cheltenham nicht weniger als 38 Pferde ums Leben gekommen – das Sport zu nennen, ist purer Hohn.“

Auch Gavin Grant, Geschäftsführer der größten britischen Tierschutzorganisation RSPCA, zeigte sich entsetzt über die Häufung tödlicher Rennunfälle – und äußerte auch seine Besorgnis über den übermäßigen Peitscheneinsatz, für den bereits fünf Jockeys bestraft werden mußten: „Wir begrüßten die Bestarfung für die exzessive Peitschenanwendung und werden prüfen, ob dafür auch ausreichende Strafen verhängt werden“, so Gavin Grant weiter.

Die tragischen Todesfälle von Cheltenham beschäftigen mittlerweile auch die Britische Rennbehörde BHA – sie wird im Rahmen einer Untersuchung die Vorfälle prüfen. Robin Mounsey, ein Sprecher der BHA, meinte gegenüber dem Magazin Horse&Hound: „Bei jeder Verletzung und bei jedem Unfall eines Pferdes sammeln wir alle verfügbaren Daten und Informationen, untersuchen die Art der Verletzung und wie sie genau zustandegekommen ist. Weder den Veranstaltern, noch den Trainern oder den Rennsportfunktionären sind diese Risiken gleichgültig – sie alle wissen, dass man immer gefordert ist, nach Verbesserungen zu suchen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu nutzen, um die Risiken zu reduzieren.“

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